Ausgabe ElfPsychoanalyse in Zeiten der Pandemie

Corona-image.jpg  

 

Einleitung 
Liliana Pedrón, 21 Juli 2020

Das Editorenteam unseres ejournals Psychoanalysis.Today hat gemeinsam beschlossen, eine Sonderausgabe aus aktuellem Anlass zum Thema Pandemie zu veröffentlichen. Die vorliegende Ausgabe hat ein etwas anderes Format als üblich, mit mehreren kürzeren Aufsätzen, die allesamt von Autoren aus unterschiedlichen Ländern und Regionen der Welt verfasst wurden.  Mehr
Das Ziel prophylaktischer Psychoanalyse ist das Aufrechterhalten des psychoanalytischen Settings inmitten unruhiger Zeiten. Wie beeinflussen Veränderungen das analytische Paar?
Es ist vielleicht an der Zeit, dass die Psychoanalyse sich nicht mehr in die Welt innerer Objekt als Ihrer Realität zurück zieht, sondern sich kulturellen und soziopolitischen Wirklichkeiten öffnet.
Béatrice Pinter
Couch ohne Körper
Diese Isolation regt dazu an, die Präsenz des Körpers in der Psychoanalyse neu zu denken.
Ja, wir erleben Covid alle gleichzeitig, aber nein, das Trauma ist nicht für alle gleich.
Die Beschreibung von Covid19 als global geteiltem kollektivem Trauma wird nicht den unterschiedlichen Einflüssen gerecht, die Rasse und soziale Klasse auf die Auswirkungen der Pandemie haben.
Brigitte Chervoillot-Courtillon
Der Rahmen unter ‘Covid’
Der unter Covid19 belastete analytische Rahmen wirft Fragen auf.
Dr. Jamieson Webster
Dr. Marcus Coelen
‘Die Coronavirus-Delirium Fabrik’
Als das Coronavirusdelirium sich in Massenprotesten gegen rassistische Polizeigewalt in Amerika Bahn brach, behauptete Freuds Schlagephantasie ihre masochistische Logik, um für das Leben zu votieren.
Wie Camus (1948) und Freud (1915) nahegelegt haben, vermag das Anerkennen der Präsenz des Todes der Beginn der Moral zu sein und nicht deren Ende.
Dr. Enrique Mauricio Rozitchner
Pandemie und Alter
Die Gruppe der älteren Erwachsenen trägt aufgrund der Merkmale des Covid19 Virus das größte Risiko, schwer daran zu erkranken.
Dr. med., Dipl. Psych. Ricardo Carlino
Zurückkehren oder fortgehen?
Externe Ereignisse haben einen anderen Rahmen festgelegt. Wird die Internet-Therapie in die Praxis zurückkehren, oder werden sich Mischformen der Analyse entwickeln?
Mr. Maurice J. Whelan
Die neue Normalität gestalten
Die Anzahl von Fernanalysen ist durch Corona sprunghaft angestiegen. Werden wir irgendwann zu unseren alten Praktiken zurückkehren, oder wird es eine neue Normalität geben?
Ein aktuelles Trauma kann neben der direkten traumatischen Erfahrung auch unbewusste innere Konflikte aktualisieren.
Die Pandemie befreite die Dämonen der Kolonialherren und Sklavenhalter. Widerhall des Deliriums, Anklänge an Koprophilie, Geschmack von Grausamkeit, Nachgeschmack der Lüge des Nazi-Faschismus.
Heute, wo wir allenthalben vom Tod umgeben sind und verzweifelt nach einem Hoffnungsschimmer Ausschau halten, finden wir Trost in den Werken von Sigmund Freud und Rabindranath Tagore.
Delaram Habibi-Kohlen
Klimakrise und Korona
Sowohl die Covid19 Pandemie als auch der Klimawandel sind Krisen, die uns Abhängigkeiten bewusst machen, derer wir uns nicht entziehen können.
Prof. Dr. phil. Yolanda Gampel
Eine präsente Leere voller Abwesenheit
In Zeiten von Covid19 verlassen wir unsere Comfort-Zone und treffen unsere Patienten ‘face to face’. Wir entdecken an einander das, was wir zuvor nicht sehen konnten, das Fremde.
Psic. Wania Maria Coelho Ferreira Cidade
Brasilien ist nackt
Die Situation Brasiliens in der Pandemie und die Lebensbedingungen der schwarzen Bevölkerung zeigen, dass Rassismus erkannt werden muss, damit es soziale Veränderungen und Demokratie geben kann.
 
 Video

 


Für unsere Ausgabe über Psychoanalyse in Zeiten der Pandemie hat Dr Adrienne Harris ein Interview mit Dr. Amy Luers geführt, Geschäftsführerin von Future Earth und Direktorin des Zentrums für Nachhaltigkeit im digitalen Zeitalter (Center for Sustainability in the Digital Age), zur Schnittstelle zwischen Klimawandel und Covid-19.
 
Ausschreibung!
 
Beiträge erwünscht!

Psychoanalytische Überlegungen 

Psychoanalysis.Today befasst sich mit den unterschiedlichsten Bereichen menschlicher Erfahrungen wie beispielsweise Politik, Gesellschaft, Kultur, zwischenmenschliche Beziehungen, Umwelt, innerpsychische Welt, intime Erfahrungen usw. Wir denken, daß Psychoanalytiker zur Diskussion aktueller Probleme einiges beitragen können.  

Wir möchten Sie dazu einladen, einen Beitrag zur Diskussion aktueller Themen zu leisten. Sie können eines von mehreren Formaten wählen: Texte (bis zu 1000 Worte), Filme (bis zu 10 Minuten), Bilder, Cartoons oder Interviews, welche sich jeweils mit einem der Themen beschäftigen sollten, das Sie interessiert. Wir wünschen uns Beiträge, die psychoanalytische Theorie und/oder klinische Arbeit und klinische Erfahrungen mit berücksichtigen. Es ist wichtig zu erwähnen, dass der Autor die volle Verantwortung für den Inhalt seines Beitrages trägt. Hierzu gehört auch die ethische Verantwortung hinsichtlich der Verschlüsselung von klinischem Material.

Bitte reichen Sie ihren Beitrag direkt auf der Internetseite ein oder schicken Sie ihn an die folgende Adresse: info@psychoanalysis.today 

Die Beiträge werden einem Review Verfahren unterzogen, und zwar hinsichtlich Inhalt, Klarheit und Kreativität. Die Herausgeber entscheiden über die Veröffentlichung der Beiträge.

Bitte fühlen Sie sich eingeladen, Ihre Ideen, Erfahrungen und Interessen mit uns zu teilen.

Dr. Daniel Alfredo Biebel
Psic. Marina Kon Bilenky
Dipl. Psych. Ursula Burkert
Mme Chantal Duchêne-González
Dr. Helen Fronshtein
Dr. Adrienne E. Harris, Koordinator
Lic. Liliana Pedrón Martín, Koordinator
Ms. Gouri Salvi

 
 
  Covid-19
 
 
 
 
  Gemeinschaftsprojekte
 
 
 
 
  Psychoanalytische Überlegungen