Baseball: Ein amerikanisches Spiel um Verstehen und Täuschung des anderen

Dr. Steven H. Cooper
 

Baseball beruht auf dem metaphorischen Begriff des Heims (home). Ziel des Spiels ist es, „so oft wie möglich „heimzukommen“.

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Baseball beruht auf dem metaphorischen Begriff des Heims (home). Ziel des Spiels ist es, „so oft wie möglich „heimzukommen“. Das Team, das die home plate öfter berührt als das andere, gewinnt das Spiel. Die bedeutsamste und brisanteste Form des Angriffs beim Baseball ist der home run, bei dem der Schlagmann es schafft, eine ganze Runde bis zur home plate zu laufen. Beim Baseball versucht man stets, entweder den Läufer oder sich selbst „heimzubringen“ und ein Großteil des Geschehens spielt sich auf der home plate ab.
 
Der Konflikt und Kampf um das Heim, das Begehren danach und die Rückkehr dorthin sind die zentralen Elemente des Spiels. Es gibt viele Elemente innigen Kampfs und inniger Zusammenarbeit, die im Baseball ausgetragen werden. Auf einige davon werde ich genauer zu sprechen kommen.
 
Ich hoffe veranschaulichen zu können, dass ein Großteil des Spielgeschehens beim Baseball auf der permanenten Spannung zwischen einem ungebremsten, entschlossenen sportlichen Einsatz des Spielers und den Täuschungen und Verführungen des Spiels besteht. Beim Baseball geht es darum, seine Absichten möglichst schwer erkennen zu lassen, was von der anderen Seite eine genaue Lektüre der Zeichen verlangt. Werfer, Schlagmann und Feldspieler spielen alle teilweise die Rolle von Rattenfängern, die ihre Gegner verführen, und wer auf die Falle hereinfällt, hat oft genug mit einem tragischen Ergebnis zu rechnen. Jeder Spieler versucht, die Absichten des anderen so genau wie möglich zu deuten. Stets sind mehrere Ebenen von Vermutung und Voraussage im Spiel.
 
Für diejenigen, die mit Baseball aufgewachsen sind, ist das Spiel oft mit Momenten der Intimität mit geliebten Objekten verbunden oder zumindest mit solchen, die auf Hochtouren aufliefen, während sie ein Spiel sahen oder darüber sprachen. In gewissem Sinn ist Baseball selbst ebenso ein Objekt unserer Zuneigung wie die Beziehungsumgebung, die mit dieser Form von Spiel verknüpft ist. Winnicotts (2015) Überlegungen zu Spiel und Realität wurden vor dem Hintergrund solch durchlässiger Grenzen zwischen Spiel und Psychoanalyse verfasst.
 
Werfen, treffen und Intimität. Die Kunst der Täuschung, Illusion und der Ausbeutung von Schwächen
Wie alle Sportarten wird auch das Baseballspiel durch die Linien der Realität begrenzt: die Seitenauslinien (foul lines); die Begrenzungen des Schlagmals (der home plate); die Struktur des Feldes; und die Spielregeln. Sicher erinnern Sie sich an Freuds brillante Feststellung aus dem Jahr 1908: „Der Gegensatz zu Spiel ist nicht Ernst, sondern —Wirklichkeit.“ (Freud 1908, 214)
 
Im Baseball wird die Realität vom Schiedsrichter bestimmt, der über balls und strikes entscheidet und darüber, wer an der Home Plate safe oder out ist. Er sitzt darüber zu Gericht, was an der home plate und allen untergeordneten Laufmalen (bases) passiert. Schlagmann, Werfer und Fänger vertreten ihre Auffassungen, streiten miteinander und fechten die Entscheidungen des Schiedsrichters an. Aber da Perspektive und Urteil des Schiedsrichters unerschütterlich sind, dient dieses vertraute Gezänke eher der Gefühlsentladung der Spieler. Es gibt jedoch, was die physische Wirklichkeit und die Autorität, welche festlegt, was wirklich ist, anbelangt, eine epistemische Verschiebung die sich unter anderem dadurch manifestiert, dass im Baseball bestimmte Urteile mittlerweile durch eine Berufung mit darauf folgender Videoüberprüfung gekippt werden können.
 
Im Mittelpunkt des Spiels steht das Drama des Konflikts zwischen Werfer (pitcher), Schlagmann (hitter oder batter) und Fänger (catcher) um den Besitz der Home Plate. Pitcher und Catcher wollen die Home Plate in Besitz nehmen, ebenso der Hitter. Je größer der Teil der Home Plate, den der Werfer kontrolliert, desto unwahrscheinlicher ist es, dass der Schlagmann einen guten Wurf erhält, den er schlagen kann. Wenn der Werfer die Home Plate beherrschen will, muss er sicherstellen, dass er den Ball weit genug über die Home Plate wirft, um einen Strike zugesprochen zu erhalten. Werfer und Fänger bezeichnen diese Wurfrichtung als „Knabbern an der Heim-Platte“ (nibbling at home plate). Wenn der Werfer den Ball über einen zu großen Teil der home plate wirft, erhält der Schlagmann eher „einen guten Wurf, den er schlagen kann“. Werfer und Fänger müssen also über eine möglichst genaue Kenntnis der Stärken und Schwächen des Schlagmanns verfügen. Gelangt der Ball in die wheelhouse genannte Reichweite des Schlagmanns, erzielt dieser leichter einen Schlag.
 
Die Vertrautheit mit Einschüchterungsstrategien ist für das Spiel entscheidend. Wenn sich der Schlagmann zu nahe an der home plate postiert, schickt ihm der Werfer „eine Botschaft“. Er versucht, einen Schlagmann, der zu stark von der Home Plate Besitz ergreifen will, zum Ausweichen zu zwingen, und manchmal ist es sogar nötig, den Schlagmann direkt zu treffen, damit die Botschaft ihren Adressaten erreicht.
 
Werfer und Fänger versuchen also aufgrund genauer Beobachtung des Schlagmanns und durch Einsatz von Verführung, Illusion, Frustration, Täuschung ihre Vorherrschaft zu sichern und dafür zu sorgen, dass dieser mit seinem Schläger keinen Ballkontakt herstellen kann und seine Heim nicht erreichen kann. Durch welche Art von Wurf lässt sich der Schlagmann verführen? Was sind seine Neigungen und Vorlieben? Hat er beispielsweise die Gewohnheit, bereits den ersten Wurf anzunehmen? Wenn ja, dann ist dies der Zeitpunkt, wo der Werfer ihm mit seinem Wurf am ehesten ein Schnippchen schlagen und einen Strike erzielen kann.
 
Die Werfer versuchen den Schlagmann zu täuschen, indem sie Ort und Geschwindigkeit des Wurfs variieren. Sie müssen die Unvorhersehbarkeit so weit treiben, dass die Schlagleute auf reine Vermutungen angewiesen bleiben. Die einzige Ausnahme besteht sind die so genannte „Knöchelball-Werfer“ (knuckleball pitcher), die im allgemeinen nur einen Wurf tun. Die Flugbahn dieses einen Wurfs ist für alle Beteiligten einschließlich des Werfers, der ihn vollbringt, oft völlig unvorhersehbar.
 
Viele große Pitcher leiten ihr Repertoire an Würfen von ihrem fastball ab. Fastballs (Schnellbälle) sind die fundamentalsten Würfe, gleichsam der Grund, von dem alle anderen Würfe abgeleitet sind – ihre Flugbahn weist eine gewisse Krümmung auf, aber nicht so sehr wie bei verlangsamten Bällen (off speed pitches) und Bällen mit Effet (curve balls). Die erfolgreichsten Werfer müssen ihren fastball mit großer Genauigkeit platzieren können. Es kann zum Beispiel sein, dass ein Werfer einen Schlagmann mehrmals einen fastball serviert, um ihn bei einem späteren Schlagversuch mit einem verlangsamten Ball wie zum Beispiel einen curveball oder ein changeup zu täuschen. Für die meisten Werfer ist der fastball grundlegend.
 
Umgekehrt studieren auch die Schlagleute die Werfer, um deren Vorlieben zu eruieren. Welche Art Wurf wird ein Pitcher zu Beginn einer Zählung wählen? Wie wird er werfen, wenn er im Rückstand ist? Dies sind sehr persönliche Informationen, die sie das Studium der Schwächen des anderen voraussetzen. Schlagleute wollen sich oft so an der home plate positionieren, dass sie das Heimfeld dominieren können. Sie möchten den Werfer bestrafen, wenn er den Ball zu weit über die home plate wirft. Sie versuchen, die Täuschungsmöglichkeiten und die Positionen des Werfers so stark einzuschränken wie möglich.
 
Die Schlagleute narren aber auch die Feldspieler und Werfer, etwa indem sie einen bunt (eine Art Stoppschlag) vortäuschen, um die Spieler auf dem Feld in Positionen zu locken, die für den Schlagmann von Vorteil sind. Ein vorgetäuschter bunt kann den Werfer aus dem Gleichgewicht bringen. Eine recht häufige Form der Täuschung besteht darin, als Schlagmann einen Wurf durchgehen zu lassen, um den Werfer in der falschen Gewissheit zu wiegen, er könne diesen Wurf ungestraft ausführen. Wenn der Werfer beim nächsten auf diese Täuschung hereinfällt, schmettert der Schlagmann den Wurf ab. Die enge Beziehung zwischen Schlagmann und den Coachs am ersten und zweiten Laufmal wird an den gemeinsam ausgeheckten Plänen deutlich, Werfer und Feldspieler für bestimmte Szenarien zu sensibilisieren, die das Gegenteil von den sind, was der Schlagmann und die Coachs wirklich im Schilde führen.
 
Das im Vergleich zu anderen Sportarten geringe Tempo des Baseballspiels verleiht diesen Beobachtungen des jeweils anderen eine größere persönliche Nähe. Man hat Zeit, die Absichten des anderen zu lesen und einzuschätzen, die einem beim europäischen Fußball oder beim amerikanischen Football und beim Basketball fehlt. In diesen Sportarten muss die Lektüre des anderen in Nanosekunden erfolgen. Baseball lässt den Teilnehmern die Zeit, kann man genau hinzusehen und zu überlegen. Es wäre überzogen, diesen Sport mit dem selbstreflexiven Übergangsraum der Psychoanalyse zu vergleichen, aber es ist dennoch in gewissem Sinn ein reflexiver Sport.
 
Die Außenfeldspieler arbeiten eng zusammen, um die Neigungen der Schlagleute, den Ball in bestimmte Bereiche des Stadiums zu schlagen, zu analysieren. Die Spieler im Innenfeld müssen ebenfalls eng miteinander kooperieren, um sicherzustellen, dass sie die größtmögliche Fläche des Innenfelds abdecken. Auch den Innenfeldspielern ist Täuschung nicht unbekannt. So neigen sie sich etwa in die eine oder andere Richtung, um den Schlagmann dazu zu verführen, den Ball in einen anderen Bereich des Innenfelds zu schlagen.
 
Baseball dreht sich also fortwährend um die Spannung zwischen ernster Absicht, reiner athletischer Leistung und der Täuschung und Verführung des Spiels. Jeder Spieler versucht die Absichten des anderen möglichst genau zu erraten.
 
Über einige tiefere Momente beim Zuschauen und beim „Metawatching“ von Baseball und anderen Sportarten
Das Zuschauen beim Sport dient teilweise als Behältnis sowohl für idealisierte wie für erniedrigte Teile des eigenen Selbsterlebens. In Tat und Phantasie weckt der Sport einerseits eine Reihe von nostalgischen Sehnsüchten, darunter auch Wünsche nach Wiederaufrichtung positiver Kindheitserfahrungen, und schafft andererseits falsche, idealisierte Phantasien darüber, wer wir damals und heute gerne sein wollten und wollen. Viele Erwachsene hegen Sehnsüchte nach der Zeit, als ihre Arbeit noch aus Spiel bestand, und im Sport liegt die Aussetzung des Zweifels näher am täglichen Leben als die Verantwortlichkeiten und Anforderungen des Erwachsenenlebens es sonst zulassen.
 
Baseballspiele anzuschauen eröffnet also kollektive psychisch Regressionsräume. Erwachsene, die schon mit Baseball aufgewachsen sind, werden auf ihre eigenen idealisierenden und heroischen Phantasien über sich selbst zurückgeworfen (z.B. „ich hätte ein Titelanwärter werden können“). Außerdem sind damit regressive Phantasien über die Helden ihrer Kindheit verbunden – Sportler, und natürlich Eltern, von denen manche Idealisierungen abgezogen werden mussten.
 
 Erwachsene sind unheimlich stolz auf die sportlichen Leistungen ihrer Kinder, weil sie an der Freude teilhaben, die ihre Kinder empfinden, wenn sie ihren Körper auf neue und außergewöhnliche Weise einsetzen. In der sportlichen Teilnahme ihrer Kinder suchen Erwachsene ersatzweise das Spiel ihrer eigenen Kindheit wieder auf. Platon war der Ansicht, das Spiel der Kindheit sei am besten in dem Wort „springen“ auf den Begriff gebracht. Während viele Baseball (im Gegensatz zu Basketball, europäischem oder amerikanischem Fußball und Hockey) als langwierig und bewegungsarm empfinden, kommt es darin doch zu großartigen Sprüngen und ist das Spiel trotz seiner trügerischen Langsamkeit eine große athletisch Herausforderung. Die Schlagleute, die knapp 30 Meter von einem oft sehr großen Menschen entfernt stehen, der einen Ball mit rund 150 Stundenkilometern Geschwindigkeit wirft, stehen dabei leicht in Gefahr, verletzt zu werden.
 
Sportler werden zu Stellvertretern unserer Kindheit. Die Baseballspieler verdienen ihren Lebensunterhalt „spielend“ und wir identifizieren uns nicht nur stellvertretend mit ihnen, sondern beneiden sie auch. Natürlich ist es schwieriger geworden, unseren Zweifel an den illusionären Elementen des Spiels auszusetzen, seit die Kommerzialisierung des Sports unser gesamtes Leben durchdringt. Um die Entwicklung des Sport während die letzten fünfzig Jahre zu verstehen, muss man die wesentlichen Elemente des Vertragsrechts erfassen, und in der Tat kennen sich die meisten begeisterten Sportfans in den Details der Sportlerverträge recht gut aus.
 
Der Sport enthält auch herabgesetzte Elemente des Selbst, die aus der versuchten Aussöhnung der spielerischen Phantasien mit den realistischen Enttäuschungen resultieren. Sportler sind als Container dieser idealisierten Phantasien ebenso ambivalent wie stark besetzte Objekte, die sowohl bewundert wie gehasst werden, weil sie die ersehnte Idealisierung nie ganz erreichen können. Das Baseballspiel bietet ein vertrautes Setting, in dem die Fans die Spieler anrufen, sie vergöttern, aber ihnen natürlich auch mit der zurückhaltenden Ambivalenz zwischen den Polen der Bewunderung und Wertschätzung auf der einen und der massiven Enttäuschung und Entwertung auf der anderen Seite begegnen können.
 
Amerikaner und Amerikanerinnen sind Zuschauer. Sie sehen im Schnitt angeblich sechs Stunden täglich fern. Doch die Objekte dieses Zuschauens entfernen sich trotz der angeblichen Hitzigkeit* und Unmittelbarkeit des Fernsehens immer weiter von uns. Unser Schauen kann zu dem führen, was David Foster Wallace (1990) als „Metawatching“ bezeichnet hat. Wir schauen dann nicht einfach nur einer Sportveranstaltung zu, sondern kommentieren zugleich unser Zuschauen und unser Kommentieren des Zuschauens. Ein Spektakel betrachten und zuschauen sind expansive Begriffe. Dasselbe geschieht übrigens auch mit der Schriftstellerei und Literaturkritik - Wallace nennt es „Metafiction“: Wir schreiben darüber, wie wir uns selbst beim Schreiben zusehen. Es ist, als hätten wir einen neuen Sport entwickelt, der aus der genauer Beobachtung und Demontage unserer Sportler besteht. Ich habe diese Haltung in einem früheren Aufsatz (2015) mit dem Ausdruck „specthating“ („schauenhassen“) bezeichnet, um die negative Seite unserer Ambivalenz gegenüber den Sportlern zu benennen. Dieser neue Variante tieferer Verstrickung mit dem Sport eröffnet uns durch die Sport-Talk-Shows, die vierundzwanzig Stunden täglich im Radio zu hören oder im Fernsehen oder online anzusehen sind, besseren Zugang zu unserer Entwertung der Sportler und zum Neid auf sie. Durch diese Metatätigkeiten entfernen wir uns immer weiter von der tatsächlichen Betrachtung der Sportler und der ersatzweisen Identifizierung mit ihnen. In gewissem Sinn verändert sich der Übergangsraum, der durch den Sport eröffnet wird. Seine Fähigkeit zur Schaffung von Illusionen bricht ein und ich frage mich, ob es auch den Kindern heute schwerer fällt, ihre Idealisierungen von Sportlern aufrecht zu erhalten.
 
Angesichts unserer Vorliebe für Idealisierungen kann es kaum überraschen, dass Sportler oft tief fallen: Zunächst werden sie geliebt, dann beneidet und schließlich gehasst. Es ist uns in gewisser Hinsicht nicht gegeben*, an einer menschlichen Bindung mit dem Sportler festzuhalten. Die Sportler werden zunehmend mit der Kommerzialisierung des täglichen Lebens in Verbindung gebracht und repräsentieren statt ihrer bemerkenswerten sportlichen Leistungen in wachsendem Maße käufliche Produkte. Oft ist der Sportler eher Marke als Person. Zu vielen Sportlern „sehen wir auf“ (was sprachlich einmal mehr ihren heroischen und gottähnlichen Zustand verdeutlicht), indes wir unsere kollektive Abspaltung oder Verleugnung unseres Wissens um ihre Verletzlichkeit und Schwächen abstreiten. Wir verschließen die Augen vor ihrer Drogensucht, ihrem Alkoholismus, ihrer Sexsucht und ihrem Gebrauch leistungssteigernder Mittel. Doch wenn wir ihre Mängel entdecken, beginnen wir sie zu hassen, weil sie nicht diejenigen sind, die wir in ihnen zu sehen glaubten und die zu sein wir uns unbewusst von ihnen wünschten. In gewissem Sinn klagen wir sie dafür an, dass sie nicht die Übergangsobjekte sind, die wir uns geschaffen haben.
 
Es ist interessant, die beiden Formen des Schauens zu vergleichen – die Vertraulichkeit des Schauens, das wir pflegen, wenn wir selbst Sport treiben und Menschen beim Sport beobachten auf der einen und die Vertraulichkeit des Metawatching, die in den Diskussionen über den Sport und seine Kommerzialisierung an den Tag gelegt wird, auf der anderen Seite. Wie wir durch die Frage nach der Wahrheit der Berichterstattung in der virtuellen Welt gelernt haben, kann eher ein Schiedsrichter zwischen den Linien eines Baseballfelds die Realität ermitteln als sie zwischen den löchrigen, faserigen Vektoren der Verführung in der Interpretation von Sport und Nachrichten aufzuspüren.* Wir können diese unschuldige und fiktive Konstruktion der Wahrheit (die im wesentlichen diktatorisch ist) viel leichter akzeptieren als wenn der Schiedsrichter sich vom wirklichen Leben bedrohter fühlt.
 
Literaturverweise
Cooper, S. (2010). 'The grandiosity of self-loathing: Transference-countertransference considerations.' Int.J.Psycho-anal.
Cooper, S. H. (2015). Some Reflections on the Romance and Degradation of Sports: Watching and Meta-watching in the Changing Transitional Space of Sport.
Freud, S. (1908e). Der Dichter und das Phantasieren. G.W., Bd. 7, S. 213-23.
Wallace, D. (1990) A Supposedly Fun thing I’ll Never Do Again: Essays and Arguments. Boston: Back Bay Books, Little, Brown and Company.
Winnicott, D. (1971). Vom Spiel zur Realität. Aus dem Englischen von Michael Ermann. Stuttgart: Klett-Cotta, 14. Auflage.

Aus dem Amerikanischen von Robin Cackett

 
 

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